Retrospektive Leitfaden zu den Formaten
Wenn Sie bei jedem Sprint „Start/Stopp/Weiter“ anwenden, ist das der schnellste Weg, das Engagement zu zerstören. Hier sind 12 Formate, die es wert sind, abwechselnd eingesetzt zu werden – und wann jedes einzelne seinen Platz verdient.
Starten / Anhalten / Weiter
When to use it: Standard für neue Teams oder unruhige Sprints. Geringe kognitive Belastung.
How to run it: Drei Spalten. 5 Minuten stilles Brainstorming, 10 Minuten Gruppierung, Punktabstimmung, Diskussion der Top 3.
4Ls – gefallen, gelernt, gefehlt, vermisst
When to use it: Abschluss eines Projekts oder einer größeren Version. Nachdenklicher Ton.
How to run it: Vier Quadranten. Fördert emotionale und lernorientierte Beiträge, nicht nur den Prozess.
Segelboot
When to use it: Wenn die Stimmung im Team gemischt ist und Sie eine visuelle Metapher suchen.
How to run it: Anker (was uns bremst), Wind (was uns hilft), Felsen (Risiken), Insel (Ziel). Ideal für visuell orientierte Denker.
Wütend / traurig / froh
When to use it: Wenn die emotionale Sicherheit hoch ist und das Vertrauen gestärkt werden muss.
How to run it: Drei Spalten nach Emotionen geordnet. Ein wirkungsvolles Instrument, um zwischenmenschliche Spannungen frühzeitig aufzudecken.
DAKI – streichen, hinzufügen, beibehalten, verbessern
When to use it: Wenn das Team auf Verbesserungen ausgerichtet ist und nach Zeitrahmen arbeitet.
How to run it: Direkt und handlungsorientiert. Hervorragend geeignet, wenn Sie konkrete Zusagen wünschen.
Lean Coffee
When to use it: Sprints ohne klares Thema. Das Team legt die Tagesordnung fest.
How to run it: Themen vorschlagen, per Punktabstimmung entscheiden, die wichtigsten Punkte in 5-Minuten-Blöcken diskutieren und per Daumenabstimmung verlängern.
Blitzentscheidungs-Stau
When to use it: Wenn Retros immer wieder Listen hervorbringen, aber keine Entscheidungen getroffen werden.
How to run it: Probleme identifizieren → als Herausforderungen neu definieren → Lösungen → Aufwand/Auswirkungen → Aktionsplan in 60 Minuten.
froh / traurig / wütend / ängstlich
When to use it: Nach einem Zwischenfall oder nach einem schwierigen Quartal.
How to run it: Fügt „Angst“ hinzu, um unausgesprochene Risiken ans Licht zu bringen. Bitte sparsam einsetzen – emotional belastend.
Die drei kleinen Schweinchen
When to use it: Eine Diskussion über technische Schulden oder Fragilität.
How to run it: Stroh (stürzt ein), Stöcke (wackelig), Ziegelsteine (stabil). Ideal für Ingenieurteams.
WRAP – Arbeit, Einschränkungen, Erfolge, Plan
When to use it: Vierteljährliche oder nach Veröffentlichung stattfindende Retrospektiven für die Führungsteams.
How to run it: Strategischer Ansatz. Deckt Hindernisse auf und geht vorausschauende Verpflichtungen ein.
Retro-Wertsteigerung
When to use it: Nach einer besonders anstrengenden Phase, vor den Ferien oder wenn sich ein Burnout abzeichnet.
How to run it: Jedes Mitglied verfasst ein Lob für jedes andere Mitglied. Lesen Sie diese laut vor. Lassen Sie den Punkt „Was könnte verbessert werden?“ vollständig weg.
Futurespective
When to use it: Bevor Sie eine neue Initiative starten.
How to run it: Stellen Sie sich vor, das Projekt sei abgeschlossen und erfolgreich – gehen Sie rückwärts vor. So werden verborgene Annahmen sichtbar.
Das Wechseln der Formate ist einfacher, wenn diese als Vorlagen bereitgestellt werden
Der Sinn der zwölf oben genannten Formate liegt in der Rotation – dasselbe Format in jedem Sprint führt zu denselben Ergebnissen. Das manuelle Neuaufsetzen jedes einzelnen Formats untergräbt die Gewohnheit, daher ist eine umfangreiche Vorlagenbibliothek wichtiger, als es auf den ersten Blick erscheint. Tools wie EasyRetro , TeamRetro
und Neatro liefern die meisten dieser Formate bereits einsatzbereit aus, sodass der Wechsel von „Sailboat“ zu „4Ls“ zu „Lean Coffee“ nur einen Klick im Dropdown-Menü erfordert und keine Einrichtungsaufgabe darstellt. Sie können den Umfang der Vorlagenbibliotheken aller Tools im Tool-Verzeichnis vergleichen.
Weiterführende Lektüre
Ein Format ist nur die halbe Miete – wie Sie es durchführen, entscheidet darüber, ob es zum Erfolg führt. Der Leitfaden mit Moderationstipps behandelt die Gewohnheiten, die dafür sorgen, dass jedes dieser Formate funktioniert, und falls Sie noch verschiedene Optionen abwägen: Der Leitfaden zur Auswahl eines Retro-Tools erläutert die Kriterien, die über die bloße Anzahl der Vorlagen hinaus von Bedeutung sind.